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Was bei der Anwendung von PU Schaum im Winter zu beachten ist

Auch wenn man natürlich im Bauwesen von Saisonabhängigkeit sprechen kann, wird die Arbeit an großen Objekten praktisch keinen Moment unterbrochen. Auf Winterbaustellen wird genauso intensiv gearbeitet wie im Sommer.  Wenn es die Arbeitsphase erfordert, werden sowohl Beton gegossen, als auch Fenster eingebaut, selbst bei geringen Minusgraden. Nur länger anhaltender Frost kann zu Stillstand führen. Die Effizienz wird sichergestellt durch die richtigen Techniken sowie durch Produkte, die für Winterbedingungen geeignet sind.

Bei Polyurethan-Schäumen kann zwischen regulären Schäumen, All-Season-Produkten, die das ganze Jahr über verwendbar sind und Winterschäumen unterschieden werden. Herkömmliche Schäume sind für den Einsatz bis zu +5 °C vorgesehen. Für milde Winter mit leichten Minusgraden (bis −5 °C) ist Ganzjahresschaum geeignet. Für niedrigere Minusgrade, bis zu −10 oder sogar −20 °C, benötigt man spezielle Winterschäume. Die Zusammensetzung der Winterschäume berücksichtigt die winterlichen Bedingungen, wodurch trotz Minusgraden und geringer Luftfeuchtigkeit ein hochwertiges Endergebnis erzielt werden kann.

Doch ein wetterfester Bauschaum allein garantiert noch kein gutes Ergebnis – auch die Temperatur des Doseninhaltes ist wichtig. Diese sollte nicht unter +5 °C liegen. Struktur und Eigenschaften des Schaums und die Art seines Austritts hängen von der Temperatur des Schaumes ab. Für beste Ergebnisse liegt die optimale Temperatur bei +10 bis +20 °C. Wenn sich auf der Baustelle kein warmer Raum findet, wo die Dosen vor dem Gebrauch gelagert werden können, kann man diese auch kurz in einem Wasserbad bei +30 °C erwärmen.

Im Winter beginnt die Applikation von Schaum mit dem Entfernen von Staub und losen Partikeln von der Fugenoberfläche und -falls erforderlich- dem Entfernen von Eis. Die Fuge muss vor direktem Regen, Schnee oder Schneematsch geschützt sein. Ein Befeuchten des Untergrundes ist unter winterlichen Bedingungen nicht nur nicht notwendig und sondern wegen der Gefahr der Vereisung unbedingt zu vermeiden. Die niedrige Luftfeuchtigkeit ist in der Zusammensetzung des Winterschaums bereits berücksichtigt. Ein frostbeständiger Schaumaktivator kann verwendet werden, um die Schaumreaktion zu beschleunigen und gleichzeitig Haftung und Schaumstruktur zu verbessern. Die Technik der Schaumapplikation ist nicht von der Jahreszeit abhängig. Traditionell wird der Schaum von unten nach oben aufgetragen.

Bei Kälte sollte man berücksichtigen, dass es durchschnittlich dreimal länger dauert, bis der Schaum aushärtet, in der Regel bis zu 24 Stunden. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann in den ersten Stunden der Erhärtung eine Versprödung der Oberflächenschicht beobachtet werden, doch sollte man sich davon nicht entmutigen lassen, da es sich hierbei nur um eine vorübergehende Erscheinung handelt.

Die Kälte schadet dem ausgehärteten Schaum nicht, trotzdem empfiehlt es sich, den aufgetragenen Schaum nach der endgültigen Aushärtung abzudecken, um ihn vor UV-Strahlung zu schützen.

Falls Winterschaum übrig bleibt, kann er auch bei wärmerem Wetter verwendet werden. Man sollte jedoch darauf achten, dass unter sommerlichen Bedingungen der Expansionsdruck des Winterschaums höher ist und die Oberflächen befeuchtet werden müssen, um diesen zu reduzieren. Wenn Sie aber bei Minustemperaturen mit Sommerschaum arbeiten, erzielen Sie kein zufrieden stellendes Ergebnis. Der Schaum fällt in sich zusammen und härtet nicht aus.

Aufgepasst!

• Wählen Sie ein Produkt, das für das jeweilige Wetter geeignet ist.
• Unter winterlichen Bedingungen wird der Schaum langsamer fest.
• Schneiden Sie überschüssigen Schaum erst dann ab, wenn er vollständig ausgehärtet ist.

Winterschaum-Portfolio der Wolf Group

• Die Produktpalette der Winterschäume umfasst Formulierungen bis zu -18°C und sogar -20°C für den Einsatz unter besonders rauen Bedingungen.
• Für Arbeiten bei geringen Minusgrade, bis zu −5 °C, wählen Sie als „All Season“ gekennzeichnete Produkte. Auch Klebeschäume lassen sich bei solchen Bedingungen gut verwenden.

Text: Maria Ševeljova, Produktmanagerin

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